Die Ernährung spielt eine fundamentale Rolle für die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Haustiere. Eine ausgewogene, artgerechte Fütterung kann nicht nur die Lebensqualität verbessern, sondern auch die Lebenserwartung Ihres Vierbeiners erhöhen und vielen Krankheiten vorbeugen. In diesem umfassenden Ratgeber erfahren Sie alles Wichtige über die optimale Ernährung von Hunden und Katzen.
Grundlagen der Tierernährung
Hunde und Katzen haben unterschiedliche Ernährungsbedürfnisse, die auf ihre evolutionäre Entwicklung zurückzuführen sind. Während Hunde als Allesfresser gelten und eine flexiblere Ernährung tolerieren, sind Katzen obligate Fleischfresser, die auf tierische Proteine angewiesen sind. Beide benötigen jedoch eine ausgewogene Mischung aus Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Vitaminen und Mineralstoffen.
Ernährung für Hunde
Nährstoffbedarf
Hunde benötigen hochwertige Proteine als Grundlage ihrer Ernährung. Diese sollten etwa 18-25% der Trockensubstanz ausmachen. Proteine liefern essenzielle Aminosäuren, die für den Aufbau und Erhalt von Muskelgewebe, Haut, Fell und anderen Körperfunktionen notwendig sind.
Fette sind eine wichtige Energiequelle und sollten 10-15% der Nahrung ausmachen. Sie liefern essenzielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6, die für gesunde Haut, glänzendes Fell und normale Gehirnfunktion wichtig sind.
Kohlenhydrate dienen als zusätzliche Energiequelle und sollten leicht verdaulich sein. Vollkorngetreide, Kartoffeln und Gemüse sind gute Kohlenhydratquellen. Der Ballaststoffgehalt unterstützt zudem eine gesunde Verdauung.
Fütterungsempfehlungen für Hunde
- Welpen: Benötigen proteinreiches Futter mit höherem Kaloriengehalt. Füttern Sie 3-4 mal täglich bis zum Alter von 6 Monaten, danach 2 mal täglich.
- Erwachsene Hunde: 2 Mahlzeiten pro Tag mit ausgewogener Nährstoffzusammensetzung. Die Futtermenge richtet sich nach Größe, Aktivitätslevel und Stoffwechsel.
- Senioren: Ab etwa 7 Jahren (große Rassen früher) benötigen Hunde leichter verdauliches Futter mit angepasstem Protein- und Fettgehalt sowie Zusätzen für Gelenke.
Wichtiger Hinweis
Vermeiden Sie für Hunde giftige Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln, Knoblauch, Trauben, Rosinen, Avocado, Macadamianüsse und Xylit (Süßstoff). Diese können bereits in kleinen Mengen toxisch wirken.
Ernährung für Katzen
Besondere Anforderungen
Katzen haben als obligate Fleischfresser besondere Ernährungsanforderungen. Sie benötigen deutlich mehr Protein als Hunde – etwa 26-30% der Trockensubstanz für erwachsene Katzen und bis zu 35% für wachsende Kätzchen.
Wichtig ist auch die Aminosäure Taurin, die Katzen nicht selbst produzieren können. Ein Taurinmangel kann zu schweren Herzproblemen und Blindheit führen. Qualitativ hochwertiges Katzenfutter enthält ausreichend Taurin.
Fütterungsempfehlungen für Katzen
- Kitten: Benötigen häufige, kleine Mahlzeiten (4-5 mal täglich). Spezielle Kätzchenfutter sind nährstoffreicher und unterstützen das Wachstum.
- Erwachsene Katzen: 2-3 Mahlzeiten täglich oder freie Fütterung bei Trockenfutter. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
- Senioren: Ab 7-10 Jahren benötigen Katzen oft angepasstes Futter mit reduziertem Phosphorgehalt zum Schutz der Nieren.
Feuchtfutter vs. Trockenfutter
Feuchtfutter hat einen hohen Wassergehalt (70-80%) und unterstützt die Flüssigkeitsaufnahme, was besonders wichtig für die Nierengesundheit ist. Trockenfutter ist praktischer und kann zur Zahnreinigung beitragen. Eine Kombination aus beiden ist oft ideal.
Spezielle Ernährungsformen
BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)
BARF basiert auf der Fütterung roher, fleischlicher Komponenten. Bei korrekter Umsetzung kann dies eine artgerechte Ernährungsform sein. Wichtig ist jedoch:
- Gründliche Planung zur Sicherstellung aller Nährstoffe
- Hygienische Handhabung zur Vermeidung von Infektionen
- Ausreichende Supplementierung von Vitaminen und Mineralstoffen
- Regelmäßige tierärztliche Kontrollen
Spezialdiäten bei Erkrankungen
Bei bestimmten Gesundheitsproblemen sind therapeutische Diäten notwendig:
- Nierenerkrankungen: Reduzierter Protein- und Phosphorgehalt
- Harnsteine: pH-Wert-regulierendes Futter
- Übergewicht: Kalorienreduziertes, ballaststoffreiches Futter
- Allergien: Hypoallergene Diät mit neuen Proteinquellen
- Verdauungsprobleme: Leicht verdauliches, faserreiches Futter
Häufige Fehler bei der Fütterung
Überfütterung
Übergewicht ist eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Haustieren. Es erhöht das Risiko für Diabetes, Gelenkprobleme, Herzerkrankungen und verkürzt die Lebenserwartung. Halten Sie sich an die Fütterungsempfehlungen und passen Sie die Menge an das Aktivitätslevel an.
Zu viele Leckerlis
Leckerlis sollten maximal 10% der täglichen Kalorienzufuhr ausmachen. Verwenden Sie gesunde Alternativen wie kleine Stücke Karotte, Apfel (ohne Kerne) oder spezielles zahnreinigendes Futter.
Tischreste füttern
Menschliche Nahrung ist oft zu fett, zu salzig oder enthält für Tiere unverträgliche Zutaten. Bleiben Sie bei artgerechtem Tierfutter und vermeiden Sie es, vom Tisch zu füttern.
Wasser – das wichtigste Element
Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit zur Verfügung stehen. Katzen sind oft Trinkmuffel – ermutigen Sie sie durch mehrere Wasserstellen, Trinkbrunnen oder durch Feuchtfutter. Der Wasserbedarf steigt bei Hitze, Aktivität und bei Trockenfutter-Ernährung.
Wann sollten Sie Ihren Tierarzt konsultieren?
Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die Ernährung, wenn:
- Ihr Tier plötzlich das Futter verweigert
- Gewichtsveränderungen auftreten
- Verdauungsprobleme bestehen
- Hautprobleme oder stumpfes Fell auftreten
- Sie die Ernährungsform umstellen möchten
- Ihr Tier eine Erkrankung hat
Fazit
Eine ausgewogene, artgerechte Ernährung ist die Grundlage für ein langes, gesundes Tierleben. Jedes Tier ist individuell, und die optimale Fütterung hängt von vielen Faktoren ab. Bei Vetoria Haven beraten wir Sie gerne ausführlich über die beste Ernährungsstrategie für Ihren Vierbeiner. Vereinbaren Sie einen Termin für eine Ernährungsberatung, damit Ihr Haustier optimal versorgt ist.
Denken Sie daran: Gutes Futter ist eine Investition in die Gesundheit Ihres Tieres und kann langfristig Tierarztkosten sparen, indem ernährungsbedingte Erkrankungen vermieden werden.